Lars Dreiucker *1983 Philosopher, Curator

 

Fotale I - VII

FOTALE I - VII – MOTIVGEBIET WEDDING

22.11.2013 – 31.1.2014



Fotale I - VII – Motivgebiet Wedding

Ein Ausstellungsprojekt von Ancz É. Kokowski und R. Engelbart,

S. Großmann, A. Lony und P. Meyer

Die Eröffnung findet in Anwesenheit der Künstler statt. Es spielen Jan Koch (Gesang/Gitarre) und Peter Erles (Cello). Die Malerin Ancz É. Kokowski und vier befreundete Fotografen gehen für dieses Gemeinschaftsprojekt ein ungewöhnliches Wagnis ein. Sie setzen zwei klassisch-künstlerische Medien – Schwarzweiß-Fotografie und Malerei – in Bezug zueinander.

Bereits im Winter 2011 ging Kokowski mit einer PR-Fotografin auf Spuren- und Motivsuche im Berliner Stadtteil Wedding, wobei sieben Motive in Schwarzweiß-Fotografie festgehalten wurden. Diese bildeten die Vorlage zu sieben Tafelbildern, die Kokowski in den vergangenen zwei Jahren schuf. Dabei verließ sie sich – detailliert, jedoch bewußt nicht detailgenau – ausschließlich auf ihr Augenmaß und entwickelte eine eigene Farbkomposition. Ihre Gemälde bildeten wiederum die Inspiration, mit der die vier Fotografen Rolf Engelbart, Sven Großmann, Alexander Lony und Pete Meyer im September und Oktober 2013 mit der Kamera nochmals auf fotografische Spurensuche gingen. Sie interpretierten jeweils auf ihre eigene Weise das Vorhandene, die Veränderung.

In der "Fotale", den Tafelbildern mit den darauf bezogenen Fotografien, erscheinen nun Orte, an denen Zeitreisen beginnen könnten oder vielleicht auch stecken bleiben, die scheinbar in einer Welt zwischen der Zeit liegen, bei deren Betrachtung wir uns fragen müssen, wie wir die Zukunft gestalten wollen in Anbetracht von Quartiers-Förderungen und gewollter oder resultierender Gentrifizierung.

Der heimliche Blick auf das scheinbar Banale, - eine Brücke, bedeutungsfrei, ein Hinterhof, zugestellt, der Blick auf das Schering-Gebäude, unvertraut – macht den Reiz aus und schärft den Blick auf das Wesentliche. Alle Beteiligten kennen den Stadtteil als Lebensmittelpunkt und sind Zeitzeugen mannigfaltiger Veränderungen, bevor der Wedding Teil eines initiierten Trendlebens wurde.